Im Folgenden stellen wir Ihnen die Kirchen in unserem Pfarrverband kurz vor:

 

Stadtpfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus
 

Der Ort Pfarrkirchen wird urkundlich erstmals in einer Tauschurkunde des Passauer Bischofs Engilmar (874-898) als „pharrachiricha“ genannt.  Der Ortsname Pfarrkirchen bezeugt, dass die Siedlung schon damals bei ihrer Gründung über eine Kirche verfügt hat.

Die heutige Pfarrkirche, auf erhöhtem Schuttkegel zwischen den Häuserzeilen des Marktplatzes und der Pflegstraße gebaut, lässt sich mit ihren ältesten Teilen auf einen einschiffigen romanischen Bau zurückführen,

der im 13./14. Jahrhundert dreischiffig erweitert wurde und offensichtlich zwei Satteltürme erhielt, wie das älteste Marktsiegel von 1374 ausweist. Um 1500 erfolgte sodann der Umbau zur heutigen, im Kern noch spätgotischen Kirche. Ein Brand von 1648 zerstörte den kleineren Südturm. Dagegen blieb der 67 Meter hohe Nordturm bis heute ein Wahrzeichen der Stadt. In der Barockzeit und auch später im Rahmen der Regotisierung wurde der Bau in Struktur und Ausstattung immer wieder verändert. 

Schließlich bekam die Pfarrkirche in den Jahren 1971/73 ihr heutiges Aussehen. Der moderne Erweiterungsbau schuf einen neuen hohen Altarraum, dem der frühere spätgotische Chor geopfert wurde und nunmehr mit einer sechsfach gefalteten Holzdachkonstruktion überlagert und bis zur beachtlichen Giebelhöhe von 22 Metern geführt ist. Der Grundgedanke des Umbaus war die liturgisch notwendig gewordene Erweiterung des Presbyteriums zum modernen Gemeinderaum. An der Ostwand hinter dem Volksaltar fällt besonders eine überdimensionale Kupfer-Silber-Plastik in Kreuzesform ins Auge, die von einer stilisierten Dornenkrone umfasst wird. Unter dem Gekreuzigten erkennt man die beiden Kirchenpatrone Simon und Judas Thaddäus, deren Fest alljährlich am 28. Oktober gefeiert wird. Dieses Altarbild stammt wie viele weitere Bronzearbeiten im Altarraum aus der Werkstatt Wolfgang Hirtreiters von Gröbenzell bei München. 

Das südliche Seitenschiff aus der älteren Kirche wurde als „Werktagskapelle“ übernommen und damit einer neuen Funktion zugeführt, während das nördliche Seitenschiff die Aufgabe einer „Beichtkapelle“ übernahm. Die Ostwand der Werktagskapelle schmückt ein spätgotischer Kruzifixus (nach 1500), lebensgroß und in Holz gefasst. Unter dem weit gespannten Kreuzesbalken die beiden Assistenzfiguren Maria und Johannes von 1660, die der in Pfarrkirchen geborene Bildhauer Johann Christoph Bendl geschaffen hat.  Sie stammen noch vom früheren barocken Hochaltar der Pfarrkirche.

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 v.l.n.r.: Altarkreuz  -  Werktagskirche  -  Marienkapelle  -  Fronleichnam


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Wallfahrtskirche Gartlberg
 

Geschichte der Wallfahrt: 

Schon nach dem 30jährigen Krieg wird in der Karwoche auf dem Gartlberg die Passion gespielt. Im März 1659 heftet der Pfarrkirchner Wolf Schmierdorfer sein Marienbild beim Spielort an einen Baum. Dieses auf Kupferblech gemalte Vesperbild hatte er 1634 in Regensburg gegen einen Laib Käse eingetauscht. Der große Zulauf zum Passionsspiel und erste wundersame Errettungen lassen dieses Bild schnell bekannt werden. Mit den eingehenden Spenden wird

schon im August 1659 ein „Hl. Grab“ errichtet.
Damit erhält Pfarrkirchen einen Kalvarienberg.

Hier nun die Geschichte der Wallfahrtskirche in Kurzfassung: 

1661 – 1669

erbaut der aus Graubünden stammende Dominikus Christoph Zuccali die zweitürmige Kirche über dem „Hl. Grab“

1677

verlegt Carl Anton Carlone das „Hl. Grab” hinter den Hochaltar

1687

malt Franz Ignatius Bendl das Auferstehungsbild als Hochaltarbild

1687

kommt das Gnadenbild in die Kirche (am 16. November)

1688

am 11./12.7. weiht Weihbischof Johann Maximus Steiner aus Passau die neue Auferstehungskirche

1689 

gestalten Johann Baptist Carlone und Paul Allio das Chorgewölbe und malt Carl Adam aus Passau die Motive zum „Vater unser“

1692

fertigt Wolf Stadler aus Arnstorf die Kanzel

1713

ergänzt Georg Josef Paader aus München den Hochaltar mit vier Stuckmarmorsäulen und errichtet die Seitenaltäre. Ehrgott Bernhard Bendl aus Augsburg dekoriert das Langhausgewölbe, Johann Paul Vogl aus Braunau und Johann Eustach Kendlpacher, München, malen die Fresken (Credo)

1888 

liefert Sebastian Höfele aus Pfarrkirchen den jetzigen Hochaltar

1922

kaufen die Salvatorianer die Osterriederkrippe

1950

gießt die Firma Hahn, Landshut, vier neue Glocken

1956

stellt die Firma Eisenbarth aus Passau die jetzige (vierte) Orgel auf

1959

Renovierung der Kirche. P. Egino Manall SDS aus Bad Wurzach gestaltet das Hauptportal („Maria“)

1982 

ermöglicht der Gartlberger Förderverein eine gründliche Gesamtrenovierung

1984

werden die Gebeine der hl. Theodora in die Wallfahrtskirche überführt

1991

Neugestaltung der Sakristei

2008/09

wird die Kirche außen und innen generalsaniert, ebenso der Kreuzweg, und am 1.  Adventsonntag 2009 erfolgt die feierliche Einweihung durch Diözesanbischof Wilhelm Schraml.

2014/15

Die Salvatorianerpatres werden vom Gartlberg abberufen; im Jahr 2015 übernehmen Pauliner-Patres die Wallfahrtsseelsorge.

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 v.l.n.r.: Altarraum  -  Gnadenbild  -  Kreuzweg  -  Hl. Theodora


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Pfarrkirche Johannes Enthauptung in Neuhofen
 

Die Pfarrkirche „Johannes Enthauptung“ ist ein spätgotischer Bau und wurde genau wie die Pfarrkirche St. Benedikt von Postmünster um 1500 erbaut.  Das Langhaus und der Turm sind älter. Das Langhaus wurde im Jahr 1906 nach Westen verlängert. Die Einrichtung stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Das Hochaltarkruzifix ist spätgotisch und kann auf das frühe 16. Jahrhundert datiert werden. Die Statue „Maria mit Kind“ auf dem nördlichen Seitenaltar stammt um 1485. Sehenswert ist auch der Pfarrhof, welcher 1746 als zweigeschossige Rechteckanlage mit Walmdach errichtet wurde.

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v.l.n.r.: Altar – Madonna – Tafel


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Pfarrkirche St. Benedikt in Postmünster
 

Die spätgotische Pfarrkirche St. Benedikt im Ortskern von Postmünster ist ein stattlicher Bau des 15. Jahrhunderts. Das Alter wird durch eine Jahresangabe (1492) am Hauptbogen des Kirchengewölbes untermauert. Der Grundbau wurde Schätzungen zufolge aber bereits 100 Jahre davor erstellt. Der am Hauptgebäude angebaute neugotische Kirchenturm mit zylinderförmigem Spitzhelm-Dach war bis 1894 mit einer Kuppelhaube versehen. Besonders erwähnenswert im Kircheninneren sind die Brüstung der Empore, welche 1622 als Dank für das Überleben der Pest im Rottal mit Passionsszenen kunstvoll bemalt wurde. Ein Netzrippengewölbe mit Rankenmalerei schmückt Chor und Langhaus. Der seitliche Marienaltar aus dem Jahre 1725 ist mit goldüberzogenen Akanthusblättern verziert (sog. „Böhmischer Rankenaltar“), die Muttergottes selbst stammt aus dem Jahre 1510. Wandmalereien an der Westempore gehen auf das Jahr 1622 zurück. 

Diverse spätgotische Figuren finden sich im Kirchenraum, so z.B. Madonna, hl. Anna selbdritt (Jesuskind neu) und hl. Johannes sowie das barocke Chorbogenkruzifix (sog. Imslandkreuz) von Johann Christoph Bendl. Bei Restaurierungsarbeiten 1947 wurde ein neuer Hochaltar im Stil des Rokoko unter Verwendung barocker Skulpturen wie dem hl. Benedikt, hl. Jakobus und hl. Erasmus konstruiert und aufgestellt. Nach der Restaurierung 1995 erstrahlt das gesamte Kircheninnere in glanzvollen Farben. Auch die Bestuhlung wurde erneuert, die wundervoll geschnitzten antiken Seitenteile wurden dabei nachgebildet.

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v.l.n.r.: Altarraum – Marienaltar – Empore


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Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Waldhof
 

Der Ort Waldhof wird um 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts, vermutlich 1493, erhielt der Ort seine eigene Kirche. Die Pfarrkirche von Waldhof zeigt sich heute noch als spätgotische einschiffige Kirche, die später mehrmals verlängert, 1913 und 1960 gut restauriert wurde.
Die Kanzel stammt aus der Barockzeit, der spätgotische Taufstein um 1500 ist erhalten. Besonders zu erwähnen ist auch die sehr schöne Tür mit den spätgotischen Schmiedeeisenbeschlägen aus der Zeit um 1493.

Die letzte umfassende Renovierung erfolgte in den Jahren 2015 bis 2017 und wurde am 14. Mai mit der Weihe des neuen Altares durch Bischof Dr. Stefan Oster abgeschlossen.
Die Figuren der Mandorla (Maria mit dem Kind aus dem Jahr 1500 mit Anna und Joachim, dem Elternpaar der Muttergottes) wurden dabei in die Altarwand integriert. Neu gestaltet wurden auch Volksaltar und Ambo von Leopold Hafner aus Aicha vorm Wald. Das neue Gestühl fertigte die Schreinerei Maiereder aus Kieferling. Zuletzt wurden im Juni 2019 noch die bunten Glasfenster wieder eingesetzt, die in den 60er Jahren durch weiße Scheiben ersetzt worden waren.

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 v.l.n.r.: Altarraum – Fenster – Tür


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Nebenkirche St. Nikolaus, Untergrasensee
 

Die Kirche St. Nikolaus in Untergrasensee stammt aus dem 15. Jahrhundert, in dem sie als spätgotische Anlage mit anmutigem Zwiebeltürmchen und kleiner Vorhalle errichtet wurde. Das Kirchlein wurde um 1700 stark verändert und 1886 und 1951 noch einmal restauriert.

Die letzten Renovierungsmaßnahmen wurden in den Jahren 2003 bis 2009 vorgenommen. Dabei wurde auch der Hochaltar aus der Zeit um 1700 mit einem großen Bild des Kirchenpatrons St. Nikolaus versehen; die

Holzfigur des Heiligen (neugotisch aus dem ausgehenden 19. Jh.) hängt nun an der Seitenwand. Der neue Volksaltar bildet optisch eine schöne Einheit mit dem Hochaltar.

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v.l.n.r.: Altar  -  Hl. Nikolaus  -  Altarbild  -  Fresko außen


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Nebenkirche St. Ägidius, Obergrasensee
 

Das Gotteshaus, erhöht auf einem kleinen Hügel neben einigen Höfen, mit dem Patrozinium St. Ägidius, ist ein spätgotischer Bau von 1541. In Chor und Langhaus fallen das schöne spätgotische Netzgewölbe und der Chorspitzbogen sofort ins Auge. Hochaltar und zwei Seitenaltäre stammen aus der neugotischen Periode zwischen (1875 und 1880) mit vielen gefassten Holzfiguren. Bei der jüngsten Renovierung der Nebenkirche von 1983/85 konnte die bild- und ornamentreiche Bemalung der Chordecke wieder aufgedeckt und gründlich erneuert werden.

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v.l.n.r.: Deckenansicht  -  Innenansicht  -  Altar


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Wallfahrtskirche St. Leonhard in Gambach
 

Die spätgotische Wallfahrtskirche „St. Leonhard“ stammt aus der Zeit um 1500. Der Unterbau des Turmes ist vermutlich älter und entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Langhaus und Chor sind mit einem Netzrippengewölbe mit Rankenmalerei ausgeschmückt; Freskenfragmente findet man an der Westwand. Die Rokoko-Altäre sind auf die Zeit um 1760 zu datieren. Die Glasgemälde sind auf das frühe 16. Jahrhundert zurückzuführen, die Statue des Hl. Leonhard auf 1760.
Mehrere Votivbilder zieren die Wallfahrtskirche. Die Eingangstüre ist mit einem spätgotischen Eisenbeschlag versehen. Jährlich im Oktober findet der traditionelle Leonhardiritt mit Pferdesegnung statt.

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v.l.n.r.: Altar – Votivtafeln – Tür


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Spitalkirche
 

Gegenüber dem Pfarrhof steht auf dem Spitalplatz die alte Spitalkirche. Diese kleine spätgotische Anlage des 15. Jahrhunderts hatte bereits um 1429 ihre erste urkundliche Erwähnung durch ein "Bürgerspitalbenefiztum zum Hl. Geist".

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche stark verändert. Bemerkenswert ist der neugotische Hoch- bzw. Schreinaltar, der wohl vor dem 19. Jahrhundert entstanden ist.

Inzwischen wird die Kirche nicht mehr als Gotteshaus für kirchliche Feiern verwendet, sondern bietet nun einen wunderbaren Rahmen für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Aufführungen verschiedenster Art.

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v.l.n.r.: über dem Eingang  -  Altar  -  Spitalplatz


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Nebenkirche St. Alexius (Alexikapelle)
 

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts gab es an der äußeren Passauer Straße ein Leprosenhaus für die Pestkranken und Aussätzigen. In unmittelbarer Nähe dazu errichtete man das kleine Kirchlein zu Ehren der Pestpatrone St. Alexius und Lazarus. 1962 wurde es zuletzt restauriert. Es weist im Inneren ein zierliches Rokoko-Altärchen auf mit vier Säulen und den Heiligen St. Nikolaus und St. Wolfgang als Seitenfiguren (15. Jh.) Die Kuppel auf dem Türmchen ist mit Schindeln eingedeckt.




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